Sa
21
Jan
2012
Aus beruflichen Gründen musste ich von Linz-Windischgarsten fahren.
Da wir ein Unternehmen im Umweltbereich sind, war es für mich klar, dass ich mit dem Zug anreise. Da ich Rollstuhlfahrerin bin gestaltete sich das alles nicht so einfach.
Hier ein kurzer Bericht.
Eigentlich bin ich mittlerweile schon oft mit der ÖBB mitgefahren und gerade auf der Westbahstrecke bin ich großteils immer sehr zufrieden gewesen. Natürlich hat die Westbahn hier einen gewaltigen Vorteil für RollstuhlfaherInnen: Eine Anmeldung ist nicht notwendig und man kann ohne Probleme mit jedem Zug mitfahren. Dies ist bei der ÖBB nicht möglich. Es muss eine Anmeldung erfolgen und es kann dann nur mit dem "angemeldeten" Zug mitgefahren werden, was bedeutet, dass ein spontanes "später nachhausefahren" nicht möglich ist. Hat die Anmeldung geklappt ist das Service auf der Westbahnstrecke sehr gut und ein selbständiges Fahren ist hier kein Problem.
Anders sieht es auf den regionalen Strecken aus. Entweder man wird überhaupt nicht befördert, weil es keine Betrreuung an den jeweiligen Bahnhöfen gibt, oder man kann mitfahren und wird von einer grimmigen Schaffnerin mit den Worten begrüßt, "das geht jetzt aber nicht, das können wir hier nicht runterklappen" Ja, gut für mich war es jetzt nicht das Problem, da meine ArbeitskollegInnen sehr hilfsbereit waren und ich dann schon irgendwie in den Zug kam. Anders hätte es ausgesehen, wenn ich alleine von Linz-Windischgarsten-Linz kommen hätte wollen. Das hätte gar nicht funktioniert und ich hätte mich wahrscheinlich, Umweltgedanke hin oder her, ins Auto gesetzt und wäre mit dem Auto gefahren.
Bitte liebe ÖBB betreut die regionalen Strecken besser, vorallem renoviert die Bahnsteige. Die Züge hättet ihr ja schon... Wobei da komm ich auf das nächste zu sprechen, warum kauft man Railjets, die nicht Niederflur sind, hier ist zwar die Hebebühne mit an Board, aber: Das Zugpersonal kann diese teilweise nicht bedienen und ich musste schon oft erklären. Außerdem ist auch hier wieder eine Anmeldung notwendig, warum hat man diese Milliarden nicht gleich in Niederflurwagons investiert?
Meiner Meinung nach ist Mobilität ein Menschenrecht und sollte für alle zugänglich sein. Man würde hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Umweltfreundliche Mobilität wird konfortabler, das freut auch Menschen ohne Beeinträchtigung und Menschen mit Beeinträchtigungen können sich freier bewegen, weil soweit ich weiß, ist für den öffentlichen Verkehr kein Führerschein notwendig und diesen können ja viele Menschen mit Beeinträchtigung erst gar nicht machen.
Hier auch ein Apell an die Politik, umzudenken vielleicht lesen diesen Artikel die zuständigen für Verkehr!
Do
22
Dez
2011
Di
22
Nov
2011
„Wien - Pflichtschullehrer-Gewerkschafter Paul Kimberger von der VP-nahen Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) will mehr Durchgriffsrechte für Lehrer: Eltern von Problemschülern, die nicht mit der Schule kooperieren, soll die Familienbeihilfe eingefroren werden.“ (Standard, Online Ausgabe 21.11.11)
Wie ist das nun mit der Erziehungsfunktion der Eltern? Ja die Eltern haben eine Erziehungsfunktion, aber ist da das „einfrieren“ der Familienbeihilfe das richtige Mittel? Ich denke nicht, es kränkelt am System, wissen tun wir das schon lange „ProblemschülerInnen“ sind ein Resultat unseres Bildungssystems. Sanktionen sind hier nicht der richtige Schritt in die richtige Richtung. Die Ausbildung der LeherInnen muss überdacht werden, der Tagesablauf in der Schule verbessert werden ProblemschülerInnen werden nicht als solche eingeschult, ihr Verhalten ist oft nur das Resultat von Unter- oder Überforderung. Für Lehrkräfte gibt es kein ausgereiftes Unterstützungssystem für die verstärkt anfallenden sozialen und psychologischen Probleme, Soziale Kompetenz, Was tun wenn ich eine Klasse habe die einen MigrantInnenanteil von über 50% hat? Wie arbeite ich in einer Integrationsklasse?“ Das alles steht nicht in meinem Studienplan. Als angehende Lehrerin muss ich mich anscheinend auf meine Intuition verlassen.
Faktum ist, die Schuld nur bei den Eltern oder LehrerInnen zu suchen ist falsch, unser Bildungssystem gehört dringend reformiert und nicht die Eltern sanktioniert.
Eines ist sicher: Der Wohlstand unseres Landes wird im Klassenzimmer entschieden das hat bereits unsere Bildungsministerin erkannt. Eine gemeinsame Schule mit verschränktem Unterricht, hier können Begabungen besser gefördert werden und man kann als Lehrkraft dem Konzept der Individualisierung gerecht werden, das bedeutet echte Chancengleichheit für alle!